Blog · SEO & KI · aktualisiert Juni 2026

Google AI Overviews & KI-SucheVerliert deine Firmen-Webseite Besucher – und was Du 2026 tun kannst

Die Art, wie Menschen googeln, ändert sich gerade radikal. KI-Zusammenfassungen beantworten Fragen direkt in der Suche – und viele Webseiten spüren das im Besucherzähler. Was steckt dahinter, wie stark trifft es kleine Firmen wirklich, und vor allem: Was kannst Du dagegen tun? Hier die ehrliche Einordnung mit aktuellen Zahlen.

Veröffentlicht am 15. Juni 2026 · aktualisiert am 23. Juni 2026 · von Lars Donner · Lesezeit ca. 7 Min.

Kurz & ehrlich

Google zeigt immer öfter KI-Antworten zuoberst, statt nur Links – das kostet viele Webseiten Besucher. Erscheint ein AI Overview, sinkt die Klickrate über mehrere Studien hinweg um rund die Hälfte. Die gute Nachricht: Lokale Suchen («Maler in der Nähe») sind am wenigsten betroffen – dort dominiert weiter das Local Pack. Wer ein gepflegtes Google-Profil, eine schnelle Webseite mit klarem lokalem Bezug und echte Antworten auf echte Fragen hat, bleibt sichtbar – auch in den neuen KI-Antworten. Panik ist fehl am Platz, Wachsamkeit angebracht.

Was sind Google AI Overviews – und warum reden gerade alle davon?

Wenn Du heute etwas googelst, steht zuoberst immer häufiger keine Liste von Links mehr, sondern eine von der KI geschriebene Zusammenfassung – die sogenannten «AI Overviews». Google beantwortet die Frage damit direkt auf der eigenen Seite. Praktisch für den Suchenden, heikel für Webseiten-Betreiber: Wer seine Antwort schon oben bekommt, klickt seltener weiter.

2026 hat sich das nochmals beschleunigt. An der Entwicklerkonferenz Google I/O im Mai 2026 kündigte Google den grössten Umbau der Suchmaske seit über 25 Jahren an; der dialogbasierte «AI Mode» hat laut Google-Angaben über eine Milliarde monatliche Nutzer erreicht. Parallel gewinnen KI-Assistenten wie ChatGPT, Gemini und Perplexity rasant an Nutzern. Kurz: Die Suche wird von einer Linkliste zu einem Antwort-System – und das verändert die Spielregeln für alle, die online gefunden werden wollen.

Wie stark der Traffic wirklich einbricht – die Zahlen

Der Kern des Ganzen ist die «Zero-Click»-Suche: eine Suche, die endet, ohne dass jemand auf eine Webseite klickt. Laut einer Clickstream-Auswertung von SparkToro (Datenbasis Similarweb) endeten Anfang 2026 rund 68 Prozent der Google-Suchen in den USA ohne Klick – 2024 waren es noch 60 Prozent. Anders gesagt: Von 1'000 Suchen erreichen heute nur noch etwa 276 einen Klick ins offene Web, vor zwei Jahren waren es 374.

Und wenn oben eine KI-Antwort steht, wird seltener geklickt. Mehrere unabhängige Auswertungen aus 2025/2026 zeigen denselben Trend, auch wenn die genaue Zahl je nach Methode schwankt:

  • Pew Research Center: Bei Suchen mit KI-Zusammenfassung klickten Nutzer nur in 8 Prozent der Fälle auf ein normales Ergebnis – ohne Zusammenfassung in 15 Prozent. (Google bestreitet diese Studie und verweist auf eigene, stabilere Daten – es bleibt aber eine der saubersten unabhängigen Erhebungen.)
  • Ahrefs (Februar 2026): Für Platz-1-Ergebnisse sank die Klickrate bei Suchen mit AI Overview um rund 58 Prozent.
  • Seer Interactive: minus 61 Prozent organische Klickrate bei Anfragen mit AI Overview – aber: Wer innerhalb der KI-Antwort zitiert wird, gewann sogar 35 Prozent dazu.

Wichtig zur Einordnung: Das sind Durchschnitte über viele Keywords und Korrelationen, keine Garantie für deinen Fall – «deine Seite verliert jetzt 58 Prozent» wäre falsch. Es gibt auch Gegenbewegung: Laut Seer erholte sich die Klickrate auf KI-Overview-Suchen Anfang 2026 wieder leicht (von 1,3 auf 2,4 Prozent). Der Trend ist real und betrifft die ganze Branche – aber er ist kein Selbstläufer nach unten.

Die gute Nachricht: lokale Firmen sind am wenigsten betroffen

Hier kommt die Entwarnung für dich als lokales KMU. Die KI-Antworten treffen vor allem Informations- und Ratgeberfragen – also genau die Suchen, bei denen es nichts zu kaufen gibt. Bei lokalen, kaufnahen Suchen sieht die Welt anders aus.

Die Local-SEO-Quelle Whitespark hat das gemessen: Bei typischen «in meiner Nähe»-Suchen erscheint in über 90 Prozent der Fälle das Google Local Pack – die Kartenbox mit den drei Betrieben –, ein AI Overview dagegen nur in rund 15 Prozent. Bei reinen Informationsfragen ist es umgekehrt: Dort tauchen in über 90 Prozent KI-Antworten auf. Heisst konkret: Wer «Treuhänder Pfäffikon» oder «Maler Lachen» sucht, landet weiterhin bei der Kartenbox und klickt auf echte Betriebe – nicht bei einer KI-Zusammenfassung.

Das ist der wichtigste Punkt für lokale Unternehmen: Eure Kernsuchen sind am wenigsten von der Disruption betroffen. Die Wachsamkeit lohnt sich trotzdem, denn die KI-Antworten dehnen sich langsam in kommerziellere Suchen aus. Aber Panik ist definitiv fehl am Platz.

Warum es generische Seiten trotzdem trifft

Wer am meisten verliert, sind dünne, austauschbare Inhalte: einfache Erklärtexte, Standard-Ratgeber, generische «Über uns»-Seiten. Solche Inhalte sind für die KI besonders leicht zusammenzufassen – und werden am ehesten ersetzt. Grosse Marken mit viel Autorität tauchen zusätzlich häufiger als Quelle in den KI-Antworten auf.

Genau hier liegt aber deine Chance. Lokale Nähe, echte Erfahrung und konkrete, ehrliche Inhalte sind das, was die KI nicht erfinden kann – und was Kundschaft in der Region sucht. Die KI kann vieles zusammenfassen, aber sie kann nicht der Maler aus Lachen sein, den der Nachbar empfiehlt, oder die Treuhänderin aus Pfäffikon, die man seit Jahren kennt. Eine Seite, die zeigt, dass Du ein echter Betrieb mit echten Referenzen bist, gewinnt an Bedeutung, während austauschbare Seiten aus den Ergebnissen fallen.

Die andere Seite: KI-Traffic wächst – und ist wertvoll

Es geht nicht nur um Verluste. Der Strom an Besuchern, die über KI-Assistenten auf Webseiten kommen, wächst rasant: Laut Adobe legte der KI-Such-Traffic zu Handels-Seiten Anfang 2026 um fast 400 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Noch ist das von einer kleinen Basis aus – KI-Verweise machen erst rund 1 Prozent des gesamten Webseiten-Traffics aus, ersetzen die klassische Google-Suche also längst nicht.

Spannend ist aber die Qualität: Besucher, die über KI-Antworten kommen, kauften laut Adobe im Frühjahr 2026 deutlich häufiger (rund 42 Prozent bessere Conversion als anderer Traffic), blieben länger und schauten sich mehr an. Sie kommen vorinformiert und mit konkreter Absicht. Für dich heisst das: In KI-Antworten zitiert zu werden, ist eine wachsende Zusatzchance – kein Ersatz für Google, aber ein Kanal, der sich lohnt.

Was Du als KMU jetzt konkret tun kannst

Du musst nicht zum SEO-Profi werden. Diese fünf Dinge bringen für kleine Firmen am meisten:

  • Google Business Profil pflegen: Es ist deine Vertrauensseite für Maps und lokale Suchen. Aktuelle Öffnungszeiten, Fotos, Leistungen und vor allem echte Bewertungen sind Pflicht.
  • Lokal klar werden: Ort, Region und Leistung müssen eindeutig auf deiner Seite stehen – in Texten, Titeln und im Hintergrund-Markup. So verstehen Google und KI, wen Du wo bedienst.
  • Echte Antworten auf echte Fragen: Schreib, was deine Kunden wirklich fragen – klar und konkret, gern als FAQ. Genau solche Inhalte werden in KI-Antworten zitiert.
  • Schnell und mobil: Eine langsame Seite verliert doppelt – bei Besuchern und bei der Bewertung. Tempo und Mobiltauglichkeit sind Grundvoraussetzung.
  • Konsistenz überall: Name, Adresse und Telefon müssen auf der Webseite, im Google-Profil und in allen Verzeichnissen exakt gleich sein.

Was Du jetzt nicht tun solltest

In der Aufregung um die KI-Suche werden viele Fehler gemacht. Diese kosten Zeit, Geld oder Sichtbarkeit:

  • In Panik die Webseite aufgeben: Ohne eigene Seite bist Du in den KI-Antworten erst recht unsichtbar – sie speisen sich genau aus solchen Quellen.
  • Masse statt Klasse produzieren: Dutzende dünne KI-Texte hochladen, um «mehr Content» zu haben, verschlimmert es nur. Genau diese austauschbaren Seiten werden ersetzt.
  • KI-Zitate kaufen oder tricksen wollen: Seit Mai 2026 zählt Google das Manipulieren von KI-Empfehlungen ausdrücklich als Spam – mit Risiko von Abstrafung bis Rauswurf aus dem Index. «Wir bringen dich in 30 Tagen in alle KI-Antworten» ist so unseriös wie die alten «Platz-1-Garantien».

Was Google selbst zur KI-Optimierung sagt

Im Mai 2026 hat Google seinen ersten offiziellen Leitfaden zur Optimierung für KI-Funktionen veröffentlicht – und die Botschaft ist erstaunlich entspannt: Es braucht keine separate KI- oder «GEO»-Strategie und keine speziellen Dateien. Die KI-Funktionen bauen auf demselben Qualitäts- und Ranking-System auf wie die normale Suche. Wer hilfreiche, ehrliche, gut strukturierte Inhalte für Menschen macht, optimiert automatisch auch für die KI-Suche. GEO ist also weniger eine neue Geheimwissenschaft als solides SEO unter neuem Namen.

Zwei praktische Änderungen am Rande: Die bekannten FAQ-Schnipsel mit Aufklapp-Fragen in den Suchergebnissen hat Google im Mai 2026 abgeschafft (das Markup schadet nicht, bringt aber keine eigene Optik mehr). Und in der Google Search Console gibt es seit Juni 2026 einen neuen Bereich für die KI-Sichtbarkeit – vorerst zeigt er allerdings nur Einblendungen (keine Klicks) und startet nur für einen Teil der Nutzer; in der Schweiz ist er also noch nicht überall verfügbar.

Ehrliches Fazit

Die KI-Suche ist kein Weltuntergang für KMU – aber ein Weckruf. Wer auf dünne, austauschbare Inhalte gesetzt hat, wird Besucher verlieren. Wer dagegen lokal verankert ist, ehrlich und konkret kommuniziert und seine Online-Präsenz pflegt, hat gute Karten – vielleicht sogar bessere als vorher, weil schwächere Konkurrenten verschwinden. Die Grundlagen bleiben dieselben: eine gute Webseite, ein gepflegtes Google-Profil und echte Substanz. Genau das wird jetzt nur noch wichtiger.

Häufige Fragen

Was sind Google AI Overviews?
Google AI Overviews sind automatisch erzeugte KI-Zusammenfassungen, die zuoberst in den Suchergebnissen erscheinen. Sie beantworten die Frage direkt auf der Google-Seite – oft, ohne dass der Nutzer noch auf eine Webseite klickt. Für Firmen heisst das: Selbst wenn deine Seite gut rankt, sieht der Suchende vielleicht zuerst die KI-Antwort.
Trifft der Traffic-Rückgang auch lokale Firmen?
Deutlich weniger. Bei lokalen Suchen («Maler Rapperswil», «Treuhänder in der Nähe») erscheint laut der Local-SEO-Quelle Whitespark in über 90 Prozent der Fälle das Google Local Pack (die Kartenbox), AI Overviews dagegen nur in rund 15 Prozent. Stark betroffen sind vor allem Informations- und Ratgeberfragen. Wer lokal und kaufnah gefunden werden will, ist also am wenigsten gefährdet – die Wachsamkeit lohnt sich trotzdem, weil die KI-Antworten langsam auch in kommerziellere Suchen wandern.
Verliere ich jetzt alle Besucher an die KI?
Nein – aber das Verhalten verschiebt sich. Reine Infofragen («Wie binde ich eine Krawatte?») beantwortet die KI zunehmend selbst. Konkrete, lokale und kaufnahe Suchen führen weiterhin zu Klicks und Anrufen. Wer dort sichtbar ist, verliert wenig – und kann sogar gewinnen, weil schwächere Konkurrenten verschwinden.
Brauche ich jetzt eine spezielle KI- oder GEO-Strategie?
Laut Google nicht. In seinem ersten offiziellen Leitfaden dazu (Mai 2026) stellt Google klar: Es braucht keine separate Strategie und keine Spezial-Dateien für die KI-Suche – die KI-Funktionen bauen auf demselben Qualitäts- und Ranking-System auf wie die normale Suche. Gutes, ehrliches SEO mit klaren, hilfreichen Inhalten ist die Grundlage. Tricks wie gekaufte KI-«Empfehlungen» gelten seit Mai 2026 ausdrücklich als Spam.
Was ist GEO (Generative Engine Optimization)?
GEO bezeichnet das Ziel, mit den eigenen Inhalten direkt in KI-Antworten (Google AI Overviews, ChatGPT, Gemini, Perplexity) zitiert zu werden, statt nur in der Linkliste zu ranken. Die Grundlagen sind aber dieselben wie bei gutem SEO: klare Struktur, verständliche Sprache, echte Substanz und saubere lokale Angaben. Es ist eher eine neue Sichtweise auf solides SEO als eine komplett eigene Disziplin.
Brauche ich als KMU überhaupt noch eine eigene Webseite?
Mehr denn je. Die KI-Systeme ziehen ihre Antworten aus Webseiten und Profilen – ohne eigene, gut strukturierte Seite tauchst Du in diesen Antworten gar nicht erst auf. Eine eigene Webseite gehört ausserdem dir, im Gegensatz zu einem Social-Media-Profil, und ist der Ort, an dem aus Interesse eine konkrete Anfrage wird.
Hilft mein Google Business Profil bei der KI-Suche?
Ja, sehr. Sowohl die lokale Google-Suche als auch KI-Systeme ziehen Standort, Öffnungszeiten, Bewertungen und Leistungen stark aus dem Google Business Profil. Ein vollständiges, aktuelles Profil mit echten Bewertungen ist daher eine der wirksamsten und günstigsten Massnahmen – für lokale Anbieter oft wichtiger als jede einzelne Unterseite.

Lars Donner – Gründer von SEEWERK, Wangen SZ. Ich baue Webseiten und lokales SEO für KMU am Obersee und Zürichsee – schon heute so aufgebaut, dass sie auch in der KI-Suche bestehen. Mehr über mich · Über SEEWERK


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